Das Erstellen von Schwarz-Weiß-Varianten ist recht einfach. Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee kann man mit eine komplette Hochzeitsgalerie durch eine Automatik schicken und die Farbsättigung auf Null setzen lassen. Die Schaffung emotionaler, zeitloser Schwarz-Weiß-Varianten erfordert Zeit und viel Erfahrung. Nicht zuletzt braucht man auch ein gutes Gespür dafür, ob sich eine Aufnahme für eine Schwarz-Weiß Bearbeitung eignet. Es sei hier angemerkt, dass die Rohdaten des Sensors immer Farbinformationen enthalten, die endgültige Entscheidung für Schwarz-Weiß oder Farbe (oder auch beides) fällt erst in der Nachbearbeitung.
Wenn das rote Brautkleid den gleichen Helligkeitswert wie die grüne Wiese hat, dann wird die Braut in der Umgebung verschwinden. Mit ausreichend Erfahrung kann man in einzelnen Regionen des Fotos den Rotanteil aufhellen, den Grünanteil abdunkeln, ein wenig mit den Kontrasten spielen, … und man bekommt ein kräftiges Schwarz-Weiß-Foto.
Hier zeige ich einige Beispiele: Bereits bei der Aufnahme war mir klar, dass sich das Foto hervorragend für eine Schwarz-Weiss Bearbeitung eignet.



Ein Foto aus der Serie Suzi in Omas Haus: Das Foto entstand an einem sehr sonnigen Tag im Schatten. In den Blättern des Efeu und in den Stiefeln spiegelte sich der blaue Himmel. Wegen dieser störenden Blautöne unterzog ich das Foto einer größeren farbliche Abstimmung. Jetzt dominieren Grün- und Brauntöne und erzeugen eine triste, fast herbstliche Stimmung.


Ein Foto vom Theaterplatz: Rechts hinter dem Model stand ein gefärbter Blitz, der sehr schöne Akzente an den Haaren gesetzt hat. Leider hat der Blitz die Farbe des Kleids im Bereich der Beine verfälscht. Diese Problem ließ sich korrigirieren, nach der Bearbeitung hatte das gesamte Kleid wieder einen gleichmäßigen, schönen roten Farbton.


Ein Brautpaar hat mich gebeten, das Foto künstlich altern zu lassen. Ich habe Sepiatöne in verschiedenen Stärken einfließen lassen.